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Nostalgia for the future

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Auf! Fliege, stolzes Siegspanier
Voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
Den süßen Tod der Freien.




Verfasst am 31.05.2009 23:34:54 Uhr
Nearly 3 years later...
Ich schaute gerade die Einträge der vergangenen Jahre durch und musste feststellen, dass ich jeweils vollmundig große Taten ankündigte, die zu vollführen ich mich dann jeweils nicht anschickte. Zumindest überkam mich bei der Lektüre nicht der innige Wunsch "Hand an mich zu legen", sondern ich gewann den Beiträgen immer noch ein verhaltenes Selbstbenicken ab.
Zugegebenermaßen zeichneten sich die Texte durch eine - moderat ausgedrückt - skeptische Haltung gegenüber einem häufig zu positiven Menschenbild in der statistischen Durchschnittswahrnehmung aus. Aber auch einige Zeit später möchte ich dieser relativ konstanten Haltung bei mir auch und vor allem unter Berücksichtigung der täglichen Martern in der Mitmenschenhölle nicht abschwören.
Wir leben in Zeiten (ich gebe zu, dass so ein Satzanfang Gewaltandrohungen gegenüber dem Schreiber zu rechtfertigen vermögen - doch Geduld), in denen Blog-Schreiben zu pandemischen Ausmaßen angewachsen ist. Das liegt vor allem daran, dass jedwede Community ihren Mitgliedern die Möglichkeit des kleinen Selbstinszenierungsportals bietet. Damit sei nicht gesagt, früher wäre auch nur irgendetwas besser gewesen, vielleicht eben einfach nur 'weniger'. Nun habe ich mit meiner Seite dem breiten Angebot der Blogger sicherlich nichts außergewöhnlich Neues hinzuzufügen, geschweige denn glaube ich, dass die Rezipientenzahl dieses neuen Eintrags besonders groß sein wird - eher wird er sich asymptotisch der "0" annäheren. Nichtsdestotrotz sei hier erneut bekundet, dass ich gerne regelmäßig schreiben würde. Keine Ahnung was, die Welt ist nach wie vor Scheiße und es gilt "Ja" dazu zu sagen. Ein "kleines Ja", wie es uns Odo Marquard anempfiehlt. Ausdrücklich sei hier aber auch betont, dass ich kein Anhänger von absichtsvoll herbeigeführten lebensverkürzenden Maßnahmen bin, aber eben auch nicht von lebensverlängernden. "Life sucks and then you die". Es hinterlässt bei mir immer das Gefühl eines absoluten Unverständnisses, wenn mir im Radio die Textzeile "Ich liebe dieses Leben" dargeboten wird. Gerne würde ich die Verfasser fragen, was genau es denn sei, was zu solcher Zuneigungsbekundigung veranlasse. Aber ich schweife schon wieder herum.
Ich wünsche mir einige fleißige Leser und vielleicht auch ein paar schlimme Feinde, die mich beschimpfen - aber bitte mit Niveau.

Hochachtungsvoll
tP
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Verfasst am 08.09.2006 20:57:07 Uhr
Ich wiederhole ich mich nicht ungern
"Existence is punishment" - Großer Song, mit großer Wahrheit - zumindest im Titel...
Ein bißchen mehr Freundlichkeit im Leben würde vieles erleichtern. Ein Henker der mal lacht, ein Strauß Blumen in der Todeszelle, Tantiemen für photographierte Folteropfer...

Think creative!

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Verfasst am 13.07.2006 23:48:47 Uhr
Vorbei
Alles! Deutschland nur Dritter, Klinsmann mit Burnout-Syndrom, Gesundheitsreform durchgewinkt, der Gaza-Streifen brennt schon wieder und dazu diese verdammte Hitze. Heute: Reifen platt, 3 km schieben und dazu diese verdammte Hitze. Jetzt: Ich am Rechner, Papiere sortieren, Texte auswählen und dazu diese verdammte Hitze.

Mal sehen, was der Kongo bringt. Eins ist sicher: eine verdammte Hitze.
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Verfasst am 28.06.2006 00:24:09 Uhr
Wilde Blüten...
Ich bin wahrlich kein Fan der WM... aber irgendwie auch kein Gegner. Ich verstehe und habe selbst erlebt, dass Fussball eine halluzinatorische Wirkung auf den Zuschauer haben kann. Es ist ein Ruf in unsere Tiefen. Da kommt er wieder zum Vorschein, der Wilde, der Urmensch.
Worauf wollte ich hinaus? Genau, ich las auf einer Seite paraphrasiert ungefähr folgendes: Ich war in Auschwitz (nicht ich, sondern der Verfasser) und da kann ich keinen Nationalstolz, bzw. WM-induzierten Deutschlandrausch tolerieren.
Was für ein unheimlicher UNSINN. Wo ist da der "kausale Nexus"? Ungefähr wie: "Ich war in Auschwitz, seither bade ich nur noch."

Linke Deppen, was soll man machen.

bG
tP
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Verfasst am 11.06.2006 00:34:31 Uhr
Gute Nacht!
Freunde, es ist Zeit wieder aufzustehen - sich erhebend wider die Masse. Pathetik, Hyperbolik... alles wie gehabt.
Es soll wieder weiter gehen.
Es ändert sich nichts, auch bei mir nicht. Wieder gegen alles und manchmal dafür - wie es sich eben nicht schickt.
Vielleicht bewegt mich das Sommerloch "WM" zu neuen Zeilen.
Heute im Zug: Der deutsche Fußballfan: Dick, doof und ein Proll. Wie symphatisch war mir das mexikanische Pendant. Angenehm und trotzdem Fußballfan. Es ist ein Kreuz mit dem Durchschnittsdeutschen.
Überall die SchwarzRotGold-Hysterie. Dabei bedeutet es längst nicht mehr Deutschland... wie Deutschland nicht mehr Deutschland bedeutet in diesen Zeiten.
Wie wäre Rhetorikunterricht für das deutsche Team? Pressekonferenzen sind schrecklich anzuhören - ist es Einbildung oder waren frühere Nationalspieler eloquenter? Fußball ist eben Spiel der Masse und im Zweifel ein Spiel der Deppen. Wie wagt man es dabei zu Fragen, warum Gewalt und Fußball eine so unheilvolle und notwendige Verbindung eingehen? Bier und geringer Intellekt führen zu exzessiven Ausbrüchen menschlicher Urtriebe. Fußball ein Atavismus?

Gedanken zur Nacht
es grüßt
tP
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